1. Mai 2015

Die Woche von Sebastian Zembol in der Süddeutschen Zeitung

Mixtvision-Geschäftsführer Sebastian Zembol gibt in der Kolumne „Die Woche von…“ der Süddeutschen Zeitung Veranstaltungstipps und einen spannenden Einblick in seinen Alltag als Medienschaffender.

Die Woche von Sebastian Zembol

Der 1963 in Hamburg geborene Sebastian Zembol ist Gründer des Mixtvision Verlages und Mitgründer des gemeinnützigen Kinderkunsthauses in München. Zembol ist diplomierter Sport und Erziehungswissenschaftler und hat als Sportredakteur bei Fernsehsendern wie Sat 1, Premiere und TM 3 sowie als Entwicklungsleiter des Internet-Portals Sport 1 gearbeitet. Nach einer Babypause hat er sich dann vor zehn Jahren mit dem Konzept eines crossmedialen Bildungsangebotes für Kinder selbstständig gemacht. Sein 2004 gegründetes Medienunternehmen Mixtvision umfasst heute die drei in sich vernetzten Geschäftsfelder Verlag, Digital, Film und TV. Sebastian Zembols Anspruch ist es, gute Unterhaltungsprodukte und Konzepte jenseits der medialen Schubladen zu realisieren. Sebastian Zembol lebt mit seiner Familie in München.

 

Donnerstag, 30.04.2015 
Der Bauernmarkt auf dem St. Anna-Platz im Lehel ist ein atmosphärisches Highlight. Deshalb gehe ich mit meinen Kindern hier gern einkaufen, um anschließend gemeinsam zu kochen. Sollten wir danach noch Lust haben, einen Film zu sehen, bietet sich nach den letzten unterhaltsamen Mainstream-Kinderkinofilmen „Das Mädchen Wadjda“ an. Ein berührender Film aus Saudi-Arabien, der am Beispiel eines zehnjährigen Mädchens die Rollenbilder einer restriktiven Gesellschaft thematisiert. Sicher keine leichte Kost für meine Töchter, doch meine Erfahrung zeigt, dass man Heranwachsenden mehr zumuten kann, als man denkt, vorausgesetzt man spricht anschließend darüber.

Freitag, 01.05.2015 
Endlich ist es soweit. Heute wird die Keith Haring Ausstellung in der Kunsthalle der Hypo Kulturstiftung eröffnet. Ein Highlight für die ganze Familie mit zahlreichen Veranstaltungen sowie einzelnen Workshops, die unter anderem in Kooperation mit dem Kinderkunsthaus bis in die Sommerferien hinein stattfinden. Kaum ein Künstler begeistert jung und alt gleichermaßen. Harings plakative Bildsprache inspiriert und animiert, vor allem aber thematisiert sie von Beginn an den tabufreien Umgang gegenüber HIV und Aids. Sein politisches Engagement ist sicher ebenso bedeutend wie sein künstlerisches Schaffen.

Samstag, 02.05.2015
Es ist zwar Jahrzehnte her, dass ich die „Schachnovelle“ gelesen habe, aber die aktuelle Ausstellung „Wir brauchen einen ganz anderen Mut! Stefan Zweig – Abschied von Europa“ im Literaturhaus München passt bestens zu seinem Buch „Die Welt von gestern“ das ich gerade lese. Für das allabendliche Vorleseritual mit meinen Kindern habe ich mit dem kürzlich erschienen Titel „Etwas ganz Großes“ von Sylvie Neeman und Ingrid Godon eine poetisch-philosophische Geschichte auf dem Nachtisch.

Sonntag, 03.05.2015
Nach einem späten und ausgiebigen Frühstück machen wir eine Fahrradtour, in der Hoffnung, dass das Wetter mitspielt. Entweder geht es durch den alten Teil des Englischen Gartens oder die Isar entlang. Dabei darf der Picknickkorb ebenso wenig fehlen, wie die drei F’s (Frisbee, Fußball und Federball), mit denen wir uns auf einer geeigneten Wiese oder dergleichen austoben. Nachmittags geht’s gemeinsam auf die Praterinsel zum letzten Tag der STROKE Art Fair. Musik, Design und Kunst stehen hier mit vielen Liveveranstaltungen im Mittelpunkt – grenzüberschreitend, urban und am Puls der Zeit.

Montag, 04.05.2015
Heute Abend werde ich mir das Gastspiel des Deutschen Theaters Berlin „Warten auf Godot“ mit Samuel Finzi und Wolfram Koch im Residenztheater anschauen. Auf die hochdekorierte Inszenierung bin ich schon sehr gespannt, denn der kammerspielartige Zweiakter war Teil meiner frühen Begeisterung für die deutsche Theaterkunst. Um im Anschluss weiter über das Leben zu philosophieren, ist der ‚Absacker’ danach ein MUSS. Am liebsten in der brandneuen ‚Theresa Bar’. Mit seinem 60er-Jahre-Interior, den selbstentworfenen Möbeln und der Designleuchte von Chipperfield über dem Tresen atmet die Bar internationales Flair.

Dienstag, 05.05.2015
Als Medienschaffender steht der Besuch von „Creating Realities. Begegnungen zwischen Kunst und Kino“ in der Pinakothek der Moderne schon lange in meinem Kalender. In vier Kapiteln dokumentiert die Ausstellung Formen des fiktionalen Erzählens in der heutigen Medienkunst. Die Vorfreude auf inspirierende Filme und Filminstallationen von 17 Künstlern, die sich eingehend mit Rezeption und Reflexion des Erzählkinos beschäftigen, ist groß. Abends geht’s dann mit Freunden zum Public Viewing des CL-Halbfinal-Knallers Barcelona-Bayern in den Biergarten am Chinesischen Turm.

Mittwoch, 06.05.2015
Was gibt es besseres, als morgens im Englischen Garten zu joggen. Anschließend geht’s zum Team-Frühstücksbrunch ins „Bar Giornale“, um die transmedialen Themen im Hause mixtvision zu diskutieren und die Stoffentwicklung für unsere Verlags-, Film- und Digitalaktivitäten für 2016 weiter zu konkretisieren. Abends geht’s dann mit Freunden zum Public Viewing des CL-Halbfinal-Knallers Barcelona gegen Bayern in einen Biergarten. Wer sich nicht für Fußball interessiert und dafür die Leidenschaft für Musik in Bildern spüren möchte, dem sei das oscarprämierte Drama „Whiplash“ empfohlen. Grandios!

Süddeutsche Zeitung/30.04.2015